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Gebogenes Design

Einhausungsspezialist MÖRZ investiert in Schwenkbiegemaschine mit Werkzeugwechsler

Die Mörz Metallbearbeitungs GmbH entwickelt und produziert individu­elle Einhausungen für den Schall- und Spritzschutz. Nur praktikabel reicht bei Einhausungen nicht mehr, eine repräsentative Gestaltung der Systeme wird zum Imageträger der Maschi­nenhersteller. Damit stellen sich neue Anforderungen in der Konstruktion und in der Ferti­gung. Mörz setzt dabei auf eine Schwenkbiegemaschine SPB Evolution UD 4000/3.0.

Maschinen- und Anlagenbauer, die große Sondermaschi­nen bauen, die infernalischen Lärm verursachen und Späne, Staub oder Kühlmittel um sich verteilen, können bei der Mörz Metallbearbeitungs GmbH projektspezifi­sche Einhausung entwickeln und bauen lassen. Damit ihre Verkleidungen nicht nur funktionieren, sondern auch die vielfälti­gen Designansprüche der Maschinenbauer erfüllen können, ist die Mörz Metallbearbeitung auf die Schwenkbiegetechnik umgestiegen. Seitdem werden auch große Verkleidungspanele auf einer Schwenkbiegemaschine SPB Evolution UD 4000/3.0 von Hans Schröder Maschinenbau gebogen.
Staub, Spritzwasser, Späne, Laser, Schall, Vibra­tion, Hitze, Kälte, Zutritt – was immer an einer Maschine ein- oder ausgesperrt werden muss, da­für entwickeln die Experten von Mörz in Neuburg an der Kammel projektspezifische Lösungen. Mit 45 Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 5 Mio. Euro. Besonders gefragt ist die Kompetenz des Unternehmens, wenn es um die Bewältigung sehr komplexer Auf­gaben geht. So wurden in Neuburg für große Pres­senlinien schon Einhausungen mit 84 m Länge entwickelt, produziert und vor Ort montiert. Die Einhausungen sind dabei nicht nur auf die Maschi­ne, sondern auch auf die prozesstechnischen und baulichen Voraussetzungen angepasst. Entspre­chend früh ist das Mörz-Team in die Angebots- und Lieferprozesse der Maschinenbauer eingebunden. Zeichnungen und Dokumentationen, die Mörz zu den Einhausungen liefert, sind oft direkt in den IT-Systemen der Hersteller hinterlegt. Die Prozesse bei Mörz, die für Planung, Dokumentation, Pro­duktion und Montage mit Maschinenherstellern etabliert wurden, erfüllen die hohen Anforderungen der Automobilindustrie. In enger Kooperation mit Maschinen- und Anlagenbauern liefert Mörz heute in alle wichtigen Industrieregionen der Welt.

Lösungen für steigende Ansprüche

„Früher waren Einhausungen schmucklos und rein funktional. Heute wird immer stärker nach Design- und LED-Elementen, vielen Rundungen und edlen Oberflächen gefragt. Die Hersteller wollen ihre Maschinen nicht länger versteckt sehen. Heute muss die Einhausung die Marke des Maschi­nenbauers sichtbar machen und unterstützen“, erläutert Geschäftsführerin Christine Mörz. ,,Das fügt nicht nur der Konstruktion einen Designaspekt hinzu, sondern bedeutet auch, dass unsere Blechbearbeitung deutlich anspruchsvoller wird. Mit unserem bestehenden Maschinenpark ließ sich das nicht mehr lösen.“
Durch den Auftrag für eine Einhausung in der Maschinenproduktion der Hans Schröder Maschinenbau lernten sich beide Unternehmen kennen. Dabei wurde Mörz auf die Schwenkbiegetechnik als industrielles Verfah­ren aufmerksam. Zum Abkanten hatte man bis dahin ausschließlich eine Gesenkbiegemaschine verwendet. Das hatte einige Prozessnachteile: So erlaubte die Maschine keine automatisierte Übernahme von Daten aus der Konstruktion und insbesondere die Handhabung großer Bleche war umständlich und erforderte fast durchweg zwei Bediener. Doch das größte Problem: Die Bearbeitungsmöglichkeiten gerade für kleine Losgrößen, die Präzision und der Schutz der Oberflächen waren vergleichsweise einge­schränkt.
Andere Prozesse für die Blechbearbeitung hatte Mörz ausgelagert. So wer­den großformatige Bleche auf Laserschneidanlagen von Unternehmen in der Nachbarschaft zugeschnitten und auch die Pulverbeschichtung besorgt ein benachbarter Betrieb im Industriegebiet von Neuburg. Aber gerade wegen der wachsenden Bedeutung des Designs sollte die Umformung der Bleche eine Kernkompetenz bleiben und im eigenen Haus bewältigt werden. Daher beschloss Christine Mörz, sich von Hans Schröder Maschinenbau eine Lösung anbieten zu lassen.

Oberflächenschonende Bearbeitung

Die Wahl fiel auf eine SPB Evolution UD 4000/3.0. Diese Schwenkbiege­maschine kantet 4.000 mm langes und 3 mm dickes Stahlblech. Dank der Up-and-Down-Biegewange können auch große Bleche von einer Person bearbeitet werden, weil die Bleche für Gegenkantungen nicht mehr gewen­det werden müssen. Die einfache Handhabung schont zudem die Ober­flächen der Bleche und vermeidet Kratzer. Auch der Biegevorgang selbst ist beim Schwenkbiegen schonender als beim Gesenkbiegen. Ober- und Unterwange fixieren das Blech und die Biegewange bewegt sich um ihren Drehpunkt. Dabei rollt sich das Blech gewissermaßen an ihr ab – praktisch ohne Relativbewegung zwischen Werkzeug und Oberfläche. Es entstehen keine Kratzspuren, auf Schutzfolien kann verzichtet werden.

Rundungen biegen

Das Geschäft bei Mörz ist projektgetrieben. Um den Aufbau beim End­kunden vor Ort zu erleichtern und zu beschleunigen, werden die Kompo­nenten der Einhausungssysteme sequenzgerecht für die Montage gefertigt und auf Trägersystemen und anschließend in Containern verladen. Die Folge: Bei Mörz gibt es praktisch keine Serien gleicher Werkstücke. Daher wählte Mörz für die Biegemaschine die Option eines automatischen Werk­zeugwechslers: Während der Bediener ein neues Blech bereitlegt, sorgt die Steuerungssoftware dafür, dass die im Biegeprogramm hinterlegten Werkzeuge automatisch gerüstet werden. Im Gegensatz zu früheren Lösungen braucht der hochmoderne Werkzeugwechsler der SPB Evolution UD kein zusätzliches Werkzeugportal. Stattdessen laufen in einem Führungssys­tem an der Oberwange zwei Schlitten mit jeweils einem Greifer. Die segmentierten Werkzeuge für den Wechsel be­finden sich in zwei in den Seitenverkleidungen der Maschine integrierten Magazinen.
Aber die Steuerung des Werkzeugwechslers ist nicht der einzige Vorteil der von Hans Schröder Maschinenbau ent­wickelten POS 3000 3D-Grafiksteuerung. Gerade bei Mörz viel genutzt: die Radius-Step-Bending-Funktion. Bei dieser, nur mit Schwenkbiegemaschinen möglichen Technik lassen sich durch das schrittweise Biegen mit der Oberwange gegen Unter- und Biegewange Rundungen formen. Die Schritte, mit denen der Hinteranschlag das Blech weiterschiebt, kön­nen beliebig fein gewählt werden, was perfekte Rundungen möglich macht.
,,Die Schwenkbiegemaschine von Hans Schröder Maschinen­bau bietet nicht nur Vorteile in der Handhabung oder durch die Qualität und Wiederholgenauigkeit der Werkstücke. Auch die vernetzte Steuerung der Maschine erlaubt uns weitere Prozessoptimierungen: Durch den Transfer von DXF-Daten und die Offlineprogrammierung sparen wir viel Zeit‘; erläu­tert Raimund Stocker, Produktionsleiter bei Mörz. ,,Biegepro­gramme werden von uns nur noch selten an der Maschine erstellt – weit über 90 Prozent programmieren wir in der Ar­beitsvorbereitung und senden die fertigen Programme auf die Maschine.“ Die grafische Anzeige des Biegeprogramms auf dem Touchdisplay am Schwenkarm zeigt die Handgriffe an, die der Bediener zwischen den Bügen machen muss.

Die Investition ist ein Gewinn

Rund 1.500 Tonnen Bleche verarbeitet Mörz im Jahr, überwie­gend Schwarzblech mit 1 bis 3 mm Stärke. Die Flexibilität der SPB Evolution UD mit ihrem automatischen Werkzeugwechs­ler wird voll ausgenutzt, das Blechvolumen kann so in fünf Arbeitstagen pro Woche mit Einschichtbetrieb abgearbeitet werden. Die alte Gesenkbiegemaschine wird nur noch ge­legentlich für kleine Bleche verwendet. ,,Dank der Schröder SPB Evolution UD haben wir einen Produktivitätsgewinn von mindestens 40 Prozent und profitieren dabei auch noch von einer höheren Qualität und größeren Bearbeitungsmöglich­keiten‘; lobt Produktionsleiter Stocker die Maschine. Wichtig für Geschäftsführerin Christine Mörz ist auch ein anderer Punkt: ,,Ich muss sagen, wir haben uns mit der Firma Schröder super verstanden: Dieses Unternehmen hat schon eine gewisse Größe und ist global aktiv, aber es pflegt weiter die Kultur eines bodenständigen Familienbetriebs, in dem wie bei uns noch der Handschlag zählt. Ähnlich wie wir hat sich die Hans Schröder Maschinenbau GmbH in Richtung industrieller Lösung mit IT-Integration entwickelt, ohne die Wurzeln im Handwerk zu vergessen. Die Kompetenz in der Blechbearbeitung ist enorm, Support und technische Unter­stützung stimmen. Das ist bei unseren oft knappen Projekt­laufzeiten ein wichtiger Faktor.“